Skandalöse Abrissliste

Der Verein denkmal düsseldorf möchte auf eine Abrissliste aufmerksam machen, die vor Kurzem in einer Vorbesprechung des Düsseldorfer Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung (APS) behandelt worden ist. Für den Abriss sind danach unter anderem vorgesehen:

  • Eine frühe Tankstelle aus dem Jahr 1930. Das für Düsseldorf sehr seltene Zeugnis des Neuen Bauens steht in Lohausen an der Niederrheinstraße 138. Stahl und große Fensterflächen sind bei diesem Bau mit seinen flachen Dächern großartig kombiniert. [Update: Im Juli 2018 abgerissen.]
  • Seit teilweise über 100 Jahren hervorragend in ihr Umfeld integrierte Häuser in der Heggemannstraße 35 (Holthausen; 1910 erbaut), in der Straße Steinkaul 13 (Himmelgeist; 1932) und in der Niederkasseler Straße 7 (Niederkassel; 1925). Im Fall der Heggemannstraße würde durch den Abriss ein ganzer gut durch den Krieg gekommener Straßenzug mit unter anderem vielen Jugendstilelementen in Mitleidenschaft gezogen.
  • Ein Haus aus der frühen Nazi-Zeit auf der Tannhäuser Straße 9 in Oberkassel. Das 1935 errichtete Gebäude erinnert teils noch leicht an die Periode des Backsteinexpressionismus, zeigt aber zum Beispiel im Bereich des Erkers deutlich, dass es im „Dritten Reich“ angekommen ist. Auch dieses Haus würde aus einem gewachsenen Zusammenhang herausgerissen.

Die Abbruchpläne sind aus Sicht von denkmal düsseldorf skandalös. Der Verein hat die Denkmalbehörden jetzt auf die gefährdeten Gebäude hingewiesen. Skandalös ist auch, dass Listen wie die jetzt im APS besprochene nicht veröffentlicht werden. Die Bürger werden dadurch erst in einem späten Stadium auf gefährdete Bauten in ihrer Umgebung aufmerksam. Wir fordern: Die Stadt soll die Abbruchlisten vor den APS-Vorbesprechungen im Internet veröffentlichen.

Die Stadt denkt aber offenbar gar nicht daran: Nach kritischen, von denkmal düsseldorf angestoßenen Presseveröffentlichungen zu den geheimen Listen dürfen die Politiker diese Listen nun nicht mal mehr aus den Sitzungen mitnehmen. Baudezernentin Zuschke handelt in dieser Sache so ganz eindeutig gegen das öffentliche Interesse.